Herausgegeben und eingeleitet von Lewis A. Coser
übersetzt von Ruth Kümmel
Der fünfte Band der „Bibliothek sozialwissenschaftlicher Emigranten" enthält eine Auswahl der theoretischen und empirischen Arbeiten der Soziologin Rose Laub Coser, die hier erstmals in deutscher Sprache veröffentlicht werden. Die theoretischen Arbeiten kreisen um Anwendung und Verfeinerung des Rollenbegriffs. Im Gegensatz zur deutschsprachigen Rezeption der Rollentheorie unterstreicht Coser, dass komplexe Rollen-Sets individuelle Autonomie erst ermöglichen, während Vergesellschaftsformen vom Typ der „Gemeinschaft" von ihr als „gierig" bezeichnet werden, weil sie vom Einzelnen Konformität fordern. Coser führt Robert K. Mertons Rollentheorie weiter und setzt sich kritisch unter anderem auch mit Erving Goffman auseinander. Am Beispiel der Rollen für Frauen zeigt Coser den Zusammenhang von sozialstrukturellen Gegebenheiten und geschlechtsspezifischen Rolleninterpretationen. Drei medizinsoziologische Studien über Patienten und Personal in Krankenhäusern ergänzen diese ausgewählten Texte. In der Einleitung skizziert der Herausgeber dieses Bandes, Lewis A. Coser, Leben und Werk seiner Frau.
262 Seiten